Start In den Medien 5 Jahre Kinderparadies Bad Säntisblick

5 Jahre Kinderparadies Bad Säntisblick

De Waldstätter, August 2014

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Im Juli 2009 wurde der Verein Kinderparadies Bad Säntisblick gegründet. Obwohl es damals Stimmen gab, die ein solches Angebot als überflüssig bezeichneten, zeigt der Zulauf, dass selbst in der Waldstatt eine Kindertagesstätte gerechtfertigt ist. Präsident Hans-Peter Ramsauer stand für das nachfolgende Interview Red und Antwort.

von H9 / Hans Ulrich Gantenbein

Dä Waödstätter: Das Kindertagesstätte im Bad Säntisblick startete mit etwa acht Kindern. Wie sieht die Situation nun nach fünf Jahren aus?

H9 20070112 Ramsauer Hans-PeterHans-Peter Ramsauer: Die Belegung hat sich äusserst positiv entwickelt. So sind gegenwärtig etwa 40 Kinder im Alter von 4 Monaten bis 11 Jahre zur Betreuung angemeldet. Trotzdem sind noch freie Plätze vorhanden. Die Praxis zeigt, dass sich halt die Bedürfnisse im ländlichen von denen im städtischen Raum unterscheiden. Die Kinder sind eher nur einzelne Tage oder halbtags im Kinderparadies. Dies führt dazu, dass die Planung anspruchsvoll ist.

Wohnen denn alle Kinder, die von Ruth Bäbler und ihrem Team im Kinderparadies Bad Säntisblick betreut werden, in der Gemeinde Waldstatt?

Hans-Peter Ramsauer: Nein, denn die Vorstellungen des Vorstandes, dass der Betrieb nicht nur für Waldstatt, sondern für das ganze Appenzeller Hinterland und auch das Neckertal eine Bereicherung wird, hat sich bewahrheitet. Gegenwärtig sind die mehr als die Hälfte der Kinder von ausserhalb.

Welche besonderen Herausforderungen stellten sich seit der Gründung dem Verein?

Hans-Peter Ramsauer: Dass 2009 Privatpersonen den Verein gründeten, war sicher ein Entscheid mit Weitblick. Zudem begleitete uns das Thema «öffentlicher Spielplatz» ständig. Das zuerst eingerichtete Areal musste baubedingt durch ein Provisorium ersetzt werden. Im Frühling nun konnte der definitive Spielplatz mit verschiedenen Geräten realisiert werden. Wir erlebten eine grosse Unterstützung von Firmen und Stiftungen sowie Privatpersonen. Die rege Nutzung und die positiven Rückmeldungen durch Eltern und Grosseltern des Dorfes zeigen, dass der Verein ein öffentliches Interesse erfüllt hat.

Ist der dezentrale Standort und die Belegung von zwei Wohnungen ideal?

Hans-Peter Ramsauer: Die Lage beim Bad Säntisblick ist einfach fantastisch! Ich bin der Meinung, dass es ein Glücksfall war, dass wir vor fünf Jahren Räume in einem Altbau mieten konnten. Durch die unterschiedliche Belegung kommt es vor, dass punktuell eher enge Platzverhältnisse herrschen. Die Verantwortlichen möchten jedoch alles daran setzen, dass die Tagestätte in der Nähe des Seniorenheims bleiben kann. So finden intensive Gespräche mit der Eigentümerin statt. Wir gehen davon aus, dass in absehbarer Zeit aber ein weiterer Umzug erfolgen muss.

Zu Beginn wurde stets auf das «Generationen-Projekt» verwiesen. Finden den Kinder und Seniorinnen und Senioren wirklich zueinander?

Hans-Peter Ramsauer: Ja, und genau dieser spontan laufende Glücksfall ist  Grund, dass wir am Standort festhalten. Unter anderem wird die Mittagsverpflegung aus dessen Küche bezogen und manchmal essen die Kinder mit Ihren Betreuerinnen auch dort. Selbst Geburtstage von Senioren und spontane Begegnungen haben hier eine Bedeutung.

Ist der Verein die geeignete Form als Trägerschaft und ist der Betrieb inzwischen selbsttragend?

Hans-Peter Ramsauer: Ja, ein Verein ist richtig.Wünschenswert wäre, dass sich das Gewerbe und Industrie, aber auch die Gemeinden der Region, als Mitglieder solidarisch engagieren würden. Wir sind immer noch nicht selbsttragend. Auch Privatpersonen können uns  unterstützen.